Siegerprojekt eines Parallelstudienauftrags für den Umbau eines Pflegeheims
Das von CCHE im Rahmen eines Parallelstudienauftrags (MEP) entwickelte Umbauprojekt fügt sich am westlichen Ortseingang von Echallens in ein kontrastreiches Siedlungsgefüge ein. Der historische Vorstadtbereich wird von steinernen Stützmauern geprägt, während sich Ziegeldächer mit Gauben durch das Dorf ziehen. Der imposante, postmodern anmutende Baukörper des Bestandsgebäudes steht auf einem gewerblich genutzten Sockel und durchbricht die Kontinuität der umgebenden Bebauung.
Zwischen der Dynamik des gemeinschaftlichen Lebens und der Feinheit geteilter Momente formuliert das Projekt eine klare und sensible architektonische Antwort: ein einheitliches, durchgehendes und umhüllendes Dach, das unterschiedliche Nutzungen und die vielfältigen Rhythmen des Alltags aufnimmt. Inspiriert von der Typologie des benachbarten Schlosses – einem mineralischen Sockel mit markantem Dachtragwerk – vermittelt diese schützende Form zwischen Gebäude und Landschaft, denkmalpflegerischer Monumentalität und Wohnalltag.
Ergebnis
1. Preis
Jahr
Im Bau
Entwickelt von
CCHE Lausanne SA
Bauherr
Fondation Les Châteaux
Typologie
Umbau
Programm
Alters- und Pflegeheim (EMS)
Verfahren
MEP (Parallelstudienauftrag)
Geschossfläche (BGF)
3'700 m2
Volumen (SIA)
13'700 m3
Zusammenarbeit
Tecnoprojetti SA, Fire Safety & Engineering SA, Nicolas Fehlmann Ingénieurs Conseils SA
Realisierung
CCHE Lausanne SA
Lageplan
Ein bewohntes Dach und ein gemeinsamer Sockel
Das Dach ist weit mehr als ein blosser Abschluss: Es wird zu einer bewohnten Form. Die subtile und präzise Lösung mit Doppelgauben ist ein Schlüsselelement des Projekts. Sie behebt eine wesentliche Schwäche des Bestandsgebäudes – die geringe räumliche Qualität und den mangelnden Tageslichteinfall in den Zimmern des zweiten Obergeschosses.
Das Dach erstreckt sich zudem über die Terrasse im ersten Obergeschoss und schützt sie. Zugleich gliedert es die Aussenräume in unterschiedliche Atmosphären, die zum Entspannen, Verweilen und Flanieren einladen.
Der bestehende Sockel bleibt erhalten und wird durch zurückhaltende Eingriffe aufgewertet. Sie stärken seine Rolle als Filter zwischen öffentlichem Raum und Wohnalltag und folgen dem Prinzip der Ökonomie der Mittel und der Nachhaltigkeit.
Zwei funktionale Wohneinheiten mit Bezug zur Terrasse
Gemeinschaftsleben im ersten Obergeschoss
Die nahe an den Erschliessungskernen angeordneten Gemeinschaftsräume bilden das soziale Herz des Projekts. Belebt durch die alltäglichen Bewegungen öffnen sie sich zur Aussenterrasse und führen das Innenleben visuell und räumlich nach aussen fort.
Ihre Anordnung ermöglicht eine einfache Aufsicht vom Betreuungsraum aus und gewährleistet klare, funktionale und hygienische Abläufe zwischen den Speiseräumen der Wohneinheiten und der bestehenden Grossküche.
Gleichwertige Qualität für alle Zimmer
Durch zusätzliche Raumvolumen, einen besseren Zugang rund um die Betten und grosszügige Ausblicke erreichen die Zimmer unter der Dachschräge dieselbe Nutzungsqualität wie jene im ersten Obergeschoss. Tageslicht, Komfort und die Möglichkeit zur individuellen Aneignung kommen den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie dem Pflegepersonal gleichermassen zugute.
Querschnitt
Der Umbau folgt einem koordinierten und engagierten technischen Ansatz, bei dem Energieeffizienz und die Aufwertung des Bestands zu Entwurfsinstrumenten werden: eine diskret in das Dach integrierte Photovoltaikanlage, Regenwassernutzung, eine angepasste Lüftung, die Verbesserung der Gebäudehülle und die Wiederverwendung bestehender Strukturen.
Der gemeinsam mit unseren Partnern entwickelte Ansatz verbindet Nutzungsqualität, bauliche Dauerhaftigkeit und ökologische Zurückhaltung zu einer leistungsfähigen und einladenden Pflegeeinrichtung.
Südfassade