Die Standortanalyse brachte zwei prägende Themen hervor: zum einen eine Architektur, die auf Orthogonalität und Symmetrie beruht, zum anderen eine architektonische Vielfalt, die aus der schrittweisen Entwicklung des Areals und der sukzessiven Ergänzung von Gebäuden mit unterschiedlichen Ausdrucksformen entstanden ist.
Das Projekt bewahrt den Geist des Ortes und verzichtet aus Respekt vor dem Bestand darauf, die bestehenden Gebäude aufzustocken oder zu erweitern. Der Neubau mit Bibliothek und schulergänzender Tagesbetreuung liegt zurückversetzt hinter dem Hauptgebäude und erhält den prägenden Freiraum des Pausenhofs. Seine kompakte Form wird durch ein zurückversetztes Attikageschoss aufgelockert. Diese Geste greift ein wiederkehrendes Prinzip des Areals auf und wird durch einen gedeckten Pausenbereich ergänzt, der die getrennten Eingänge der beiden Einrichtungen aufnimmt. Die in einem einzigen Raum zusammengeführte Bibliothek wird zu einem gemeinsam genutzten Ort.
Das neue Schulgebäude ist als Holzkonstruktion konzipiert, die Sporthallen als Holz-Beton-Hybridkonstruktion. Ergänzend zum Holz soll der direkt vor Ort anfallende Aushub für Trennwände aus ungebrannter Erde genutzt werden. So entsteht eine Verbindung nachhaltiger Materialien mit einer harmonischen Ästhetik.
Ergebnis
4. Preis
Entwickelt von
CCHE Nyon SA
Jahr
2025
Verfahren
Offener Wettbewerb
Bauherr
Ville de Lausanne
Typologie
Erweiterung des Areals des Collège de Béthusy
Programm
Neue Sporthallen, Bibliothek und schulergänzende Tagesbetreuung (UAPE)
Zusammenarbeit
Bois Initial SA (Bauingenieurwesen)
Geschossfläche (BGF)
3'300 m2
Volumen (SIA)
15'000 m3
Visualisierung der neuen Bibliothek
Lageplan
Grundriss Erdgeschoss und Grundrisse der Sporthallen
Grundrisse der Tagesbetreuung und der Bibliothek: 1. Obergeschoss, 2. Obergeschoss und Attikageschoss
Die neuen Sporthallen liegen unter dem gedeckten Südhof. Diese kompakte Anordnung nutzt die Topografie, stärkt die bestehende Erschliessungsschleife und ergänzt das Verbindungsnetz auf stimmige Weise, während der zentrale Freiraum erhalten bleibt.
Eine zur Landschaft offene Galerie sorgt für grosszügigen Tageslichteinfall und stellt eine direkte Sichtverbindung zum gedeckten Pausenhof her. Der unabhängige Haupteingang liegt auf der Hauptachse des Areals, ist mit der bestehenden Treppe verbunden und erleichtert den Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
Konstruktionsschnitt und Hauptfassade
Tragwerksaxonometrie der Sporthalle
Schnitte A und B