Die Einweihung des „Cèdre“, des renovierten Hauptsitzes der Vaudoise Versicherungen, markiert einen neuen Meilenstein in der Geschichte dieses symbolträchtigen Gebäudes.
Der in den 1950er-Jahren vom Architekten Jean Tschumi erbaute „Cèdre“ gilt als Referenz der modernistischen Architektur in der Schweiz. Von Anfang an als Gesamtkunstwerk konzipiert, vereint er Architektur, Innenarchitektur, Möbel und Kunst zu einem stimmigen Ganzen.
Nach Abschluss des Wettbewerbs fügt sich das von Itten+Brechbühl entwickelte Projekt «Un moment charnière» in einen Ansatz der kritischen Kontinuität ein, der darauf abzielt, die Gründungsprinzipien des Gebäudes wiederzubeleben und sie gleichzeitig an zeitgenössische Nutzungsformen anzupassen. Die Umgestaltung strukturiert die Innenräume neu, indem sie Transparenz, Tageslicht und die Qualität der räumlichen Beziehungen verstärkt, im Einklang mit der Entwicklung der Arbeitsweisen.
Der von CCHE durchgeführte Umbau konzentrierte sich auf die Gestaltung der Innenräume im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes, der direkt an die Ideen von Jean Tschumi anknüpft. Das polychrome Konzept ist eine zeitgenössische Neuinterpretation des ursprünglichen Entwurfs, angepasst an die aktuellen Bedürfnisse der Vaudoise. Tschumi ordnete ursprünglich jeder Funktion eine Farbe zu; die Entwicklung der Nutzungsgewohnheiten hat heute dazu geführt, dass zwischen neutraleren Arbeitsbereichen, die mit grauem Teppichboden ausgestattet sind, und spezifischen Bereichen, die durch lebhaftere Farbtöne gekennzeichnet sind, unterschieden wird. Unter Berücksichtigung der historischen Farbpalette wird nun jeder Etage eine Farbe zugewiesen, wodurch die Lesbarkeit des Gebäudes und damit auch das Signaletiksystem verbessert werden.
In seiner Umsetzung steht dieses Konzept in der Kontinuität der von Tschumi entwickelten räumlichen Prinzipien, insbesondere seiner Arbeit mit Volumen und seiner Aufmerksamkeit für den Querschnitt. Die Farben entfalten sich so auf immersive Weise in den Besprechungsräumen, die als monochrome Einheiten behandelt werden, in denen Böden, Wände und Vorhänge integriert sind. Diese Farbabfolgen strukturieren die Großraumbüros, bringen einen visuellen Rhythmus in die Verkehrswege und tragen zur Nutzungsqualität der Räume bei. Der Einsatz von Vorhängen, die flexibler sind als feste Vorrichtungen, ermöglicht zudem eine Anpassung der Transparenzgrade und eine Erhöhung der Flexibilität der Räume, im Einklang mit den neuen Arbeitsweisen.